Was ist die Internationale Biologieolympiade?

Ziele

Die IBO bringt auf nationaler und internationaler Ebene die Besten im Fach Biologie zusammen und ermöglicht damit ein frühzeitiges Kennenlernen gleichartig oder sehr ähnlich interessierter junger Menschen auf hohem Niveau. Die besonderen Erfahrungen während der nationalen Auswahlrunden oder des internationalen Wettbewerbs helfen den jungen Menschen als zukünftige Entscheidungsträger unserer Gesellschaft bei der Planung ihres Lebensweges mit, beispielsweise auch im Hinblick auf ein späteres Studium.

Adressaten

In der Regel nehmen Lernende der 11. und 12. Klassenstufe der gymnasialen Oberstufe an der ersten Runde (und bei Qualifizierung natürlich auch der 13. Klassenstufe an den Endrunden) teil. In Ausnahmefällen können sich allerdings auch Schüler/innen der Sekundarstufe I qualifizieren. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht. [Zeitaufwand]

Studierende sind von dem Wettbewerb ausgeschlossen, nicht aber Abiturienten, die im Jahr des nationalen Auswahlwettbewerbes noch Schüler sind und im Sommer des internationalen Wettbewerbs das Studium noch nicht aufgenommen haben. Die Teilnehmer müssen Bildungsdeutsche sein, d. h. sie dürfen auch als deutsche Schüler einer deutschen Auslandsschule in der Nationalmannschaft Deutschlands mitwirken. Auch Schüler mit ausländischem Pass können antreten.

Bis zum Jahre 2005 haben sich bereits Gastgeberländer für die nächsten Internationalen Biologieolympiaden gefunden. Zukünftig ist besonders mit weiteren Teilnehmerländern aus Westeuropa, Amerika und Asien zu rechnen. Die nächsten Internationalen Biologie Olympiaden (= Endrunden) finden voraussichtlich in folgenden Städten statt:

XII. IBO 2001 in Brüssel (Belgien); XIII. IBO 2002 in Jurmala (Lettland); XIV. IBO 2003 in Minsk (Weißrussland), XV. IBO 2004 in Sydney (Australien), XVI. IBO 2005 in Peking (China).

Aufgaben

Die Olympiadenaufgaben für die Vierer-Teams bestehen in mehrstündigen Prüfungen, die praktische und theoretische (Klausur) Anteile haben. Die Klausur hat die nachfolgend aufgeführten Inhalte in dem unten aufgeführten Verhältnis:

1. Zellbiologie - Struktur und Funktionen der Zellen 25 %

(incl. Mikrobiologie und Biotechnik 5%)

2. Anatomie und Physiologie der Pflanzen 15%

3. Anatomie und Physiologie der Tiere 15%

4. Verhaltensbiologie 5%

5. Genetik und Evolution 15%

6. Ökologie 15%

7. Systematik (einschl. Artenkenntnis) 10%

Die Aufgaben der Klausuren werden von den Wettbewerbsteilnehmern/innen in Einzelarbeit gelöst, sodass jedes Team aus vier Einzelkämpfern besteht, die auch für ihre Leistungen getrennt prämiert werden.

Allgemeiner zeitlicher Ablauf

1. Runde an Schulen

Empfohlener Zeitraum: 1. Mai bis 1. September des Vorjahres der IBO, jedoch in Abstimmung mit dem Landesbeauftragten (siehe Termine Startseite).

Anforderungen: Drei bis fünf offen gestellte Aufgaben werden auf einem der Ausschreibung beigelegten Poster und mehreren Handzetteln sowie im Internet veröffentlicht (siehe Aufgaben). Sie können aus allen Bereichen der Biologie stammen (s.o.) und mit Hilfe von Fachliteratur und Befragungen der Fachlehrer/innen als Hausarbeit gelöst werden. Die Aufgaben liegen über dem Niveau normalen Schulstoffes und müssen nicht mit Lehrplaninhalten übereinstimmen.

Die Arbeit der ersten Runde scheint zu schwer?

Manchmal fühlen sich Schüler/innen oder auch deren betreuende Fachlehrer/innen von den Aufgaben der ersten Klausur überfordert. Es kommt dann vor, dass sie die scheinbar mageren Ergebnisse der Klausur gar nicht erst weiterleiten (lassen), weil sie eine Blamage fürchten.

Das ist ein Fehler, und zwar aus zweierlei Gründen: Erstens unterliegen die Ergebnisse dem Datenschutz. Sie werden streng vertraulich behandelt und dürfen in keiner Weise die Leistungsbemessung in der Schule beeinflussen (wenn sie denn nicht gut ausfallen). Zweitens liegt das Niveau der Aufgaben schon deshalb über dem Niveau von Schulklausuren, weil die Aufgaben aus allen drei Oberstufenjahren entnommen werden. Hohes Niveau bedeutet, dass selbst sehr gute Schüler/innen nicht alles beantworten können. Viele Schüler/innen kommen bereits in die zweite Runde, wenn sie nur 60 Prozent der Punktzahlen erreicht haben.

Was sollte man tun?

Die Arbeit sollte in jedem Fall bewertet und die Ergebnisse weitergegeben werden. Es gilt demnach: Wer - auch auf die Gefahr hin, seine Grenzen kennenzulernen - mitmacht, hat etwas Besonderes geleistet und wird in jedem Fall honoriert, und zwar wenigstens mit einer Teilnahmeurkunde, vielleicht auch mit der Weiterqualifikation zur zweiten Runde.

2. Runde an Schulen

Empfohlener Zeitraum: 1. Oktober bis 30. November des Vorjahres der IBO.

Die etwa 250 besten Schülerinnen und Schüler der 1. Runde sollen in der Lage sein, theoretische Aufgaben aus allen Gebieten der Biologie im Rahmen einer geschlossenen Klausur unter Fachlehreraufsicht zu lösen. Die 2. Runde dient der Auswahl der bis zu 45 besten Schüler/innen für die 3. Runde in Kiel.

Anforderungen: Bis zu 50 Aufgaben als Multiple-Choice (MC)-Fragen und ca. 10 komplexe Aufgaben aus allen Bereichen der Biologie, die an der Schule bearbeitet werden (Bearbeitungsdauer: 2 Zeitstunden).

3. und 4. Runde am IPN in Kiel

Der Aufgabentypus unterscheidet sich jetzt von dem bisherigen, es kommen praktische Aufgaben hinzu (s.o. Olypiadenaufgaben). Bei Erreichen der dritten Runde sollte die Schule Möglichkeiten bieten, um grundlegende labortechnische Fertigkeiten (Pipettieren, Dekantieren, Ansetzen vorgegebener molarer Lösungen, etc.) üben zu können, also Fachlehrer/innen fragen!

Die jedes Jahr ausgewählte olympische Schüler/innendelegation tritt mit anderen nationalen Teams jährlich im Sommer - meist Anfang Juli - in einem Gastgeberland an,um Medaillenränge zu erlangen. Sie wird wenigstens von zwei nationalen Koordinatoren begleitet.

Die Reise- und Unterbringungskosten werden natürlich von der Bundesgeschäftsstelle der IBO getragen.